Der Trick hinterm Trick

Der Trick hinterm Trick: Viel mehr als nur Beschäftigung (veröffentlicht bei Dognet)

Trickarbeit ist wertvolles Training für dich, deinen Hund und eure Mensch-Hund-Beziehung. Warum dies so ist und welcher Sinn und Nutzen sonst noch dahinter steckt, erfährst du in diesem Artikel.

Ja, es ist klasse da etwas parat zu haben: Wenn es draußen mal wieder aus Kübeln gießt, stürmt oder gewittert. Doch wollen wir die Trickarbeit auf schlechtes Wetter beschränken, tun wir ihr genau genommen unrecht. Es verbirgt sich viel mehr dahinter, als reine Beschäftigung.

Wir fördern den Hund, indem er lernt zu lernen: Er muss selbst auf Lösungen kommen und wird in seinem Problemlösungsverhalten geschult. Das funktioniert ganz einfach, indem wir ihn bestärken, wenn er das Richtige ausprobiert bzw. tut. Schneller auf Lösungen zu kommen, schneller erwünschtes Verhalten zu zeigen – das kann auch in anderen Bereichen des Trainings wertvollen Nutzen bringen.

 

Tricks = Auslastung

Neben dem Training von Koordination und Geschicklichkeit, lasten wir den Hund nicht nur körperlich, sondern auch mental aus. Er muss sich konzentrieren. Dies baut die Konzentrationsfähigkeit weiter aus und kann dem Hund helfen, sich von umliegenden Reizen weg zu orientieren und diese aushalten zu lernen.

Ebenso wird das Selbstbewusstsein des Hundes gestärkt. Das Meistern einer Herausforderung hat beim Hund ähnliche Effekte wie bei uns Menschen: Es macht ihn sicherer und lässt sein Selbstbewusstsein wachsen. Dieses ist beim Hund ebenso wichtig wie bei uns. Selbstvertrauen kann als Quelle des Vertrauens zu Anderen – ob Hund oder Mensch – verstanden werden und zu mehr Souveränität im Hundealltag führen. Hat der Hund die Herausforderung gemeinsam mit uns Menschen gemeistert, ist dies zusätzlich Balsam für unsere Bindung.

Ein wichtiger weiterer Punkt: Trickarbeit führt zu mehr Wertschätzung des Hundes durch den Menschen. Wer sich auf Signal rollen kann oder wie tot umkippt, ist ein kleiner Star. Der Mensch freut sich über die Erfolge und lässt auch mal Neune gerade sein, wenn etwas nicht auf Anhieb klappen sollte. Die Freude über das Können des Hundes überwiegt und lässt „schlechte Tage“, gerade im Verhaltenstraining, besser aussehen. Lernt der Mensch stets das Positive zu sehen, zu schätzen und zu honorieren, tut das der Mensch-Hund-Beziehung gut!

 

Stärkung der Sicherheit

Auch die Umwelt wird bei der Trickarbeit mit konditioniert. Fühlt der Hund sich z.B. in Anwesenheit von anderen Hunden unsicher, darf dann aber seinen Lieblingstrick vorführen oder ihn erwartet eine hohe Belohnungsrate beim Aufbau eines neuen Tricks, kann das die Umweltsicherheit stärken und den anderen Hund positiv verknüpfen.

Nicht zuletzt können wir als Mensch-Hund-Team bei der Trickarbeit gemeinsam Spaß haben. Der Hund, weil er die Freude des Menschen spürt, er kleinschrittig lernen darf, er mit dem Menschen intensiv Zeit verbringt und nicht zuletzt weil die Belohnungsrate hoch ist. Der Mensch, weil er fasziniert ist vom Können des Hundes, der Hund ausgelastet wird und letztendlich in lockerer Atmosphäre gemeinsam mit dem Partner Hund etwas Schönes geschafft wurde.

Verfasst von Katharina Hanke, Hundeschule LanDOG

Veröffentlicht am 06.08.2016 auf Dognet.de: https://dognet.de/article/trickarbeit-wertvolles-training